Der historische Ort: Erinnern – Lernen – Partizipieren – Vernetzen

Die Voraussetzung zur Erinnerung ist das Wissen darüber, was geschehen ist. Die erste Aufgabe des Erinnerungsortes liegt in der Rekonstruktion und Dokumentation der Ereignisse, die zugleich in ihre größeren, strukturellen Zusammenhänge eingebettet werden müssen. Aus diesem Wissen über die historischen Abläufe, Entwicklungen und Strukturen sind Rückschlüsse auf die Gegenwart zu ziehen. Dieser Transfer erfolgt in der Ausstellung selbst – über die Ausstellungstafeln wie über das Vertiefungs- und Multi-Media-Angebot. Zum anderen wird dieses Ziel ein differenziertes Programm historisch-politischer Bildung verfolgen, das in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus an der HS Düsseldorf entworfen wird.

Unsere Gedenkkultur ist veränderbar und sie wird durch unterschiedlichste Akteure geprägt – in Zukunft auch durch die Studierenden der Hochschule. Sie wird umso vielfältiger, je mehr Menschen sich an ihr aktiv beteiligen. Die besondere Konstellation: ein historisch bedeutsamer Ort an einer Hochschule ermöglicht, dass die Studierenden sich sowohl an der Entstehung des Erinnerungsortes beteiligen, als auch an seiner Gestaltung und andauernden Fortentwicklung. Der neue Erinnerungsort Alter Schlachthof schließt eine Lücke in der „Erinnerungslandschaft“ der Landeshauptstadt. Er versteht sich als eine Ergänzung zur Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und soll lebendiger Bestandteil des Netzwerks regionaler wie überregionaler Einrichtungen der historisch-politischen Bildung werden und Ausgangspunkt zahlreicher Projekte sein.

Konzept 02 Jörg Reich
Die alte Großviehhalle vor dem Umbau (2009)
Quelle: HS Düsseldorf / Jörg Reich