
Am gestrigen Abend feierte der Erinnerungsort Alter Schlachthof mit über 100 Gästen sein zehnjähriges Bestehen mit einer würdevollen Jubiläumsveranstaltung. Präsidentin Prof. Edeltraud Vomberg und Prof. Fabian Virchow hoben die Bedeutung des Erinnerungsortes für die Hochschule und die Stadtgesellschaft hervor, sowie die große Verantwortung, diesen einzigartigen historischen Ort würdevoll und angemessen zu erhalten. Sie richteten sich deutlich gegen aktuelle Versuche rechtsextremer Kräfte, die Verbrechen des Nazismus zu relativieren. Prof. Vomberg: „Denn wenn Erinnerung relativiert wird, gerät nicht nur die Vergangenheit aus dem Blick – sondern die Grundlage unseres demokratischen Zusammenlebens.“
Der Holocaust-Überlebende Thomas Gabelin aus Krefeld richtete ein bewegendes Grußwort an die Anwesenden. Gabelin, der das Ghetto und KZ Theresienstadt überlebte, betonte eindringlich die Bedeutung des Erinnerns und dieses Ortes.

Im Anschluss gab der Leiter des Erinnerungsortes, Dr. Joachim Schröder, einen ausführlichen Einblick in die Entwicklung und die zukünftigen Perspektiven des Erinnerungsortes. Besonders berührend waren die vorgestellten Lebensgeschichten von Menschen, die mit dem Ort verbunden sind: „Diese Lebensgeschichten“, so Schröder, „fließen ein in unsere Arbeit – sie machen unsere Arbeit am Erinnerungsort aus, in Rundgängen und Workshops helfen sie den Schüler*innen und Studierenden, den Zugang zu finden zu einer für sie schon so lange zurückliegenden Zeit.“
Unter den Gästen befanden sich mehrere Nachkommen von Überlebenden, und von Helfer*innen der NS-Verfolgten. Anwesend waren Bürgermeisterin Clara Gerlach, Dr. Oded Horowitz, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Düsseldorfs, zahlreiche Kolleg*innen aus der Hochschule und der Heinrich-Heine-Universität, aus Schulen wie dem Luisen-Gymnasium und dem Georg-Büchner-Gymnasium (beide Bildungspartner des Erinnerungsortes), aus anderen NS-Gedenkorten, der Landeszentrale für politische Bildung NRW, dem Düsseldorfer Jugendring und dem Landschaftsverband Rheinland. Die große Zahl engagierter Projektbeteiligter unterstrich die lebendige Erinnerungsarbeit vor Ort. Sie alle konnten Martha Birmaher, der Enkelin der Holocaust-Überlebenden Hilde Sherman-Zander anschließen, die in ihrer Botschaft an die Versammelten schrieb: “Remembering it is essential – not only to honor the victims and survivors, but to ensure that such hatred is never allowed to rise again.”




