Neue Broschüre "Was heißt (hier) Befreiung? - Erinnerungskulturelle Zines mit Jugendlichen gestalten" dokumentiert die Projektarbeit des Erinnerungsortes Alter Schlachthof
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- Erstellt: Montag, 18. Mai 2026

Im Projekt „Was heißt (hier) Befreiung?“ haben sich junge Menschen intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, was der Sieg über Nazi-Deutschland vor 80 Jahren für die Überlebenden dieser Deportationen bedeutete. Dabei standen vier Fragen im Mittelpunkt: Wer waren die Menschen, die deportiert wurden? Wie erlebten sie die Befreiung im Jahr 1945? Was bedeuteten Befreiung, Rückkehr und Neuanfang ganz konkret für sie? Welche Herausforderungen prägten ihr Leben – und welche Spuren hinterließen sie? Diesen Fragen sind wir anhand von vier Biografien nachgegangen: der von Edith Bader, Erwin Liffmann, Imo Moszkowicz und Hilde Sherman. Ihre Berichte vermitteln ein Gefühl für die Ambivalenz der Befreiung aus der Perspektive der von den Nazis verfolgten und terrorisierten Menschen: Sie markierte das Ende der Verfolgung, aber zugleich den Beginn eines sehr schwierigen Neuanfangs – oft als einzige*r Überlebende*r einer Familie.
Ein zentrales Ziel unserer Projektarbeit war es, junge Menschen darin zu bestärken, den Diskurs über das Thema Befreiung – 80 Jahre danach – aktiv mitzugestalten. Um ihnen den Einstieg zu erleichtern und eine kreative Ausdrucksform zu eröffnen, wählten wir einen künstlerisch-ästhetischen Zugang: die Gestaltung eines eigenen Zines. Zines sind autonom gestaltete Hefte, Faltblätter, Magazine, die Texte, Bilder, Zeichnungen, Collagen und andere Formen des Ausdrucks miteinander verbinden.In unseren Workshops setzten sich die Jugendlichen zunächst in kleinen Gruppen mit der Biografie einer überlebenden Person aus unserer Region auseinander. Anschließend erarbeiteten sie individuell ein eigenes Zine zur Frage: „Was heißt (hier) Befreiung?“
Die entstandenen Zines enthalten persönliche Reflexionen und biografische Fragmente. Sie unterscheiden sich in Stil und Form, sind unvollkommen, individuell und eigenwillig – und gerade darin liegt ihr besonderer Wert. Sie eröffnen einen persönlichen Zugang zu Erinnerung, Geschichte und Gegenwart. Im November 2025 haben wir die Zines ausgestellt und die Teilnehmer*innen sowie die Öffentlichkeit zu einer Ausstellungseröffnung mit zwei rahmenden Kurzvorträgen von der Historikerin Friederike Aschhoff, und Katja Kuklinski, Beraterin in der Antidiskriminierungsarbeit, eingeladen.
Mit dieser Broschüre möchten wir unsere Erfahrungen aus der Bildungspraxis teilen: die Wege, die die Jugendlichen im künstlerischen Arbeiten gegangen sind, die Zines, die daraus entstanden sind, und die Fragen, die sie an Erinnerung und Befreiung stellen. Wir laden dazu ein, diese Perspektiven mitzudenken und eigene Formen des Erinnerns und Erzählens zu entdecken. Wir freuen uns, dass Friederike Aschhoff und Katja Kuklinski mit ihren Beiträgen "(K)eine Befreiung? Über das Weiterleben nach 1945" und Blickwinkel auf Biografiearbeit" Teil der Broschüre sind genauso wie über die passende und einfühlsame Gestaltung der Broschüre durch Timon Wißfeld.
Die Broschüre liegt im Erinnerungsort Alter Schlachthof aus und kann nach Anfrage auch per Post verschickt werden (Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).
Redaktion: Eva Piňosová
Mitarbeit: Cegerxwun Köroglu
Layout: Timon Wißfeld
Düsseldorf 2025
Das Projekt „Was heißt (hier) Befreiung? Erinnerungskulturelle Zines mit Jugendlichen gestalten“ wurde von April 2025 und bis Ende Dezember 2025 von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms JUGEND erinnert vor Ort & engagiert gefördert.
Diese Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der Stiftung EVZ oder des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) dar. Für inhaltliche Aussagen trägt der*die Autor*in die Verantwortung.

