Die Verschleppung der jüdischen Bevölkerung aus dem Bereich der Gestapoleitstelle Düsseldorf

Am 27. Oktober 1941 wurde in der Großviehhalle des Düsseldorfer Schlachthofs der erste „Transport“ mit 1.007 jüdischen Männern, Frauen und Kindern zusammengestellt. Sie wurden in das besetzte Polen, nach Lódz, deportiert und in das dortige Ghetto gepfercht. Nach heutigem Kenntnisstand gab es 16 „Transporte“ aus Düsseldorf. Die meisten Menschen wurden in der Zeit zwischen Oktober 1941 und Juli 1942 verschleppt. Nacheinander fuhren Deportationszüge in die Ghettos Lodz, Riga, Minsk, Izbica und Theresienstadt. Jedes Mal diente hier der Schlachthof als Sammelstelle. Auch danach fanden noch weitere Verschleppungen statt. Diese gingen aber in der Regel direkt vom Hauptbahnhof aus mit Ausnahme der Deportation der bis dahin verschonten, in sog. "Mischehe" lebenden Menschen, am 18. September 1944.

Die genaue Zahl aller Verschleppten ist unbekannt. Es waren fast 6.000 Menschen aus dem gesamten Regierungsbezirk Düsseldorf. Die Lebensbedingungen in den Ghettos waren in jeder Hinsicht katastrophal. Wer arbeitsfähig war, unabhängig vom Alter, musste Zwangsarbeit leisten, entweder im Ghetto selbst oder in einem Zwangsarbeitslager. Alle anderen wurden dem Hungertod überlassen oder „ausgesiedelt“ – was nichts anderes bedeutete, als in einem der „Vernichtungslager“, wie Auschwitz oder Chelmo, ermordet zu werden. Nach Schätzungen haben nur etwa 200 Menschen ihre Deportation überlebt.

Übersicht über den Schlachthof Düsseldorf und seine Bauten 270
Blick über das Schlachthofgelände
Quelle: Architekten- und Ingenieurverein zu Düsseldorf: Düsseldorf und seine Bauten, Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1904