Tag des offenen Denkmals (9.9.2018)

Aussenansicht 01Zum dritten Mal seit der Eröffnung des Erinnerungsortes Alter Schlachthof beteiligt sich die Hochschule Düsseldorf am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Erneut haben wir ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm zusammengestellt: Studierende, Professor*innen und Künstler*innen präsentieren Projekte rund um den Erinnerungsort. Stündlich werden Führungen durch die Dauerausstellung und die ehemalige Viehhalle des Schlachthofs angeboten, in der sich heute Hochschulbibliothek und Campus-IT befinden (Programmflyer zum Download).

Um 16.30 treffen wir den Holocaust-Überlebenden Thomas Gabelin aus Krefeld. Seine Eltern, seine Tante und seine Großmutter wurden im September 1944 vom Düsseldorfer Schlachthof in ein Arbeitslager und von dort in das Ghetto und KZ Theresienstadt verschleppt. Unter katastrophalen Bedingungen erblickte Thomas Gabelin dort im Dezember 1944 das Licht der Welt - und überlebte wie durch ein Wunder. Heute berichtet er uns über seine denkwürdige Famliengeschichte...

Um 18.15 Uhr präsentieren "Die Grenzgänger" aus Bremen u.a. Lieder aus ihrem Programm: "Und weil der Mensch ein Mensch ist!"

Alle Interessierten sind eingeladen, die Hochschule und ihren Erinnerungsort Alter Schlachthof zu besuchen!

Suche nach Spuren seines Groß­vaters am Erinnerungs­ort Alter Schlacht­hof

Julian WolffJulian Wolff, der Enkel von Gary Wolff, dem letzten Überlebenden der Deportation ins Ghetto Litzmannstadt/Lodz, war aus Los Angeles in die Heimatstadt seines Großvaters angereist und suchte nach Hinweisen auf seinen Großvater.

Zusammen mit Dr. Bastian Fleermann, dem Leiter der Mahn und Gedenkstätte Düsseldorf, wollte der 21jährige Julian Wolff auch den Ort sehen, an dem sein Großvater Günter Richard Wolff und dessen Eltern die letzte Nacht vor ihrer Deportation verbrachten. Adelheid Schmitz, Mitarbeiterin vom Forschungsschwerpunkt Rechtstextremismus / Neonazismus und am Erinnerungsort Alter Schlachthof, zeigte ihm die Dauerausstellung und das Digitale Archiv - dort ist auch der Name von Günter auf der Deportationsliste nachzulesen. Günter Wolff, der sich nach dem Krieg Gary Wolff nannte, wurde als 13-Jähriger am 27. Oktober 1941 in das "Ghetto Litzmannstadt" (Lodz) deportiert. Er überlebte, seine Eltern aber wurden in Auschwitz ermordet.

Weiterlesen: Suche nach Spuren seines Groß­vaters am Erinnerungs­ort Alter Schlacht­hof

Dr. Steffen Hänschen: Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust. Die Deportationen in den Distrikt Lublin im Frühsommer 1942 (Vortrag, 5.7.2018)

04 Hänschen IzbicaIm Laufe des Jahres 1942 wurden Zehntausende deutsche Jüdinnen und Juden in den Distrikt Lublin im besetzten Polen verschleppt. Zunächst wurden die Deportierten nicht unmittelbar in den Lagern der „Aktion Reinhardt“ ermordet. In „Transitghettos“, wo unmenschliche Lebensbedingungen herrschten, mussten sie auf ihre Weiterfahrt in den Tod warten. Das größte dieser „Transitghettos“ war Izbica. Buchautor Dr. Steffen Hänschen, Mitarbeiter des  Bildungswerks Stanisław Hantz e.V., rekonstruiert, was in Izbica geschah, wie es den Überlebenden nach dem Krieg erging und verfolgt die Nachkriegsverfahren gegen deutsche Täter und polnische Kollaborateure.

Weiterlesen: Dr. Steffen Hänschen: Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust. Die Deportationen in den...

Unterkategorien

 

 

pressespiegel

 

archiv