Erste Bilanz - ein Jahr Erinnerungsort Alter Schlachthof

Vor einem Jahr wurde der Erinnerungsort Alter Schlachthof auf dem Campus Derendorf der Hochschule Düsseldorf feierlich eröffnet. Eine Bilanz dieses Jahres zog Dr. Joachim Schröder, Beauftragter für den Erinnerungsort, mit Rebecca Juwick. Das vollständige Interview finden Sie hier.

Quelle: Website der Hochschule Düsseldorf (20.02.2017)

Nina Schulz/Elisabeth Mena Urbitsch: Spiel auf Zeit - NS-Verfolgte und ihre Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung (Buchvorstellung BiBaBuZe, 6.2.2017)

Spiel auf ZeitDie Politik der Bundesrepublik gilt in der öffentlichen Wahrnehmung weltweit als Modell einer gelungenen Entschädigung für die Opfer von Kriegsverbrechen und Verfolgung. Tatsächlich hat die Mehrheit der mehr als 20 Millionen NS-Verfolgten nie eine Entschädigung erhalten. Andauernde Auseinandersetzungen zur Verfolgung während des Zweiten Weltkriegs bestimmen weiterhin den Alltag vieler überlebender NS-Verfolgter und prägen die Beziehungen Deutschlands zu anderen Ländern. Die letzten überlebenden NS-Verfolgten sterben und es stellt sich die Frage, wie die Erinnerung an ihre Erfahrungen und an die NS-Verbrechen weiterhin lebendig gehalten werden soll.

An biografischen Beispielen ausgegrenzter NS-Verfolgter schildern Nina Schulz und Elisabeth Mena Urbitsch in eindringlichen Reportagen die bis heute andauernden Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung und wie die NS-Verfolgten ihre Geschichte durch juristische und politische Arbeit vor dem Vergessen bewahren wollen – entgegen allen Schlussstrichdebatten. Das Buch »Spiel auf Zeit« zeigt auf, dass Deutschland eine historische Verantwortung trägt, stellt die Perspektiven der Verfolgten in den Mittelpunkt und bringt eine transnationale Dimension in die Debatte ein.

Die Journalistin Nina Schulz und die Fotografin Elisabeth Mena Urbitsch aus Hamburg arbeiten seit 2005 zusammen. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Reportagen zu erinnerungspolitischen Themen. Ihre Reportage »Spiel auf Zeit« zu Überlebenden des Nationalsozialismus und deren Kampf um ihre Ghettorenten wurde 2010 mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet. 2015 bekamen sie diesen Preis ein zweites Mal für ihre Reportage »Hasenbrote« aus der Reihe »Offene Rechnungen«, in der sie die andauernden Auseinandersetzungen von NS-Verfolgten um Anerkennung und Entschädigung darstellen.

Veranstalter*innen: Erinnerungsort Alter Schlachthof, Buchladen BiBaBuZe, ZAKK, Projekt Erinnerungs- und Lernort des AStA der HSD, Antifaschistischer Arbeitskreis an der HSD, Arbeitskreis Gedenkstättenfahrten, Butze

Datum: 6.2.2017, 19:30 Uhr

Ort: Buchhandlung BiBaBuZe,

Eintritt: frei

Flyer zur Veranstaltung

 

Irene Dänzer-Vanotti: Deportiert nach Minsk. Das Leben der jüdischen Ärztin Hedwig Jung-Danielewicz (19.1.2017)

Hedwig Jung-Danielewicz

Vor 75 Jahren, am 10.11.1941, wurden fast 1.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder über den Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Minsk deportiert - unter ihnen die Ärztin Hedwig Jung-Danielewicz (1880-1942). Sie gehörte zu wenigen Frauen der Kaiserzeit, die ein Medizinstudium absolvierten – in Düsseldorf eröffnete sie 1911 als erste Frau überhaupt eine Privatpraxis. Im Ghetto von Minsk arbeitete Hedwig Jung-Danielewicz als Krankenbetreuerin und versuchte mutig zu helfen, wo es ging. Mit Hilfe eines Wehrmachtsangehörigen gelang es ihr, Lebensmittel und Medikamente ins Ghetto zu schmuggeln. Die Journalistin Irene Dänzer-Vanotti zeichnet die einzelnen Stationen des Lebens der Ärztin Hedwig Jung-Danielewicz nach und gibt einen Einblick in ihr Wirken.

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